Botswana – 2 mal täglich Safari

Warzenschweine in der HotelanlageDie Chobe Marina Lodge ist traumhaft am Ufer des Chobe River gelegen. Mit einer Bar auf einer Terrasse über dem Fluss, einem Pool, zwei Restaurants und luxuriösen kleinen Bungalows im traditionell afrikanischen Stil ist der Aufenthalt hier eine echte Wohltat nach den Zuständen im Rainbow Hotel.

Wir haben ein Angebot gebucht, dass neben Vollpension auch zwei “Game Activities” am Tag beinhaltet. Man kann jeden Morgen und jeden Nachmittag zwischen einem Boat Cruise auf dem Chobe River, der auch zum Nationalpark gehört, und einer Jeep Safari durch den Park wählen.

Am Ankunftstag können wir natürlich nur noch die Nachmittagstour mitmachen und entscheiden uns für eine Bootstour. Mit einem kleinen Boot fahren wir raus auf den breiten Fluss und schippern 3 Stunden am Ufer entlang und durch die zahlreichen Nebenarme des Chobe. Hier gibt es eine riesige Nilpferd-Population und zusätzlich Krokodile und viele Wasservögel wie zum Beispiel den Afrikanischen Fischadler. Ausserdem leben auf den Inseln im Chobe Elefanten, riesige Büffel- und Antilopenherden, die während der Trockenzeit von der Landseite herüberschwimmen um dort das grüne Gras abzuweiden und in der Nähe des überlebenswichtigen Wassers zu sein. Außerdem sind die Büffel und Antilopen dort vor den großen Raubkatzen sicher, Chobe NPdie das schwimmen scheuen und sich dann eher bei den Nichtschwimmern, die auf dem Festland bleiben “bedienen”.

Aber am meisten freue ich mich auf die Hippos und tatsächlich sehen wir etliche. Ständig tauchen irgendwo ein paar Ohren und eine Nase auf um kurz darauf wieder prustend und schnaubend zu verschwinden. Manchmal hat man das Glück gleich eine ganze Nilpferdfamilie zu sehen, die sich längere Zeit über Wasser zeigen und untereinander mit einem Grunzen kommunizieren. Aber irgendwie scheint es den Nilpferden, die bis zu 6 Minuten unter Wasser bleiben können, Spaß zu machen irgendwo aufzutauchen, sich kurz zu zeigen und sobald alle Touristen ihre Kamera gezückt haben wieder abzutauchen um dann kurz darauf an einer völlig anderen Stelle wieder hochzukommen. Obwohl Nilpferde mit die aggressivsten und gefährlichsten Wildtiere sein sollen finde ich sie furchtbar niedlich. Sie wackeln ständig mit ihren Ohren und scheinen eigentlich ganz friedlich zu sein. Ein kleines Männchen sehen wir auch alleine an Land grasen. Es sieht aus wie eine kleine stummelbeinige Tonne und man kann sich kaum vorstellen dass dieses Tier bis zu 40 km/h schnell rennen können soll. Ausserdem sehen wir jede Menge, meist passiv herumliegende Krokodile, eines davon liegt laut Guide seit 2 Monaten Hipposauf der gleichen Stelle und bewegt sich nur im Nahbereich um diese Stelle um etwas zu jagen. Deswegen ist davon auszugehen, dass es ein Krokodilweibchen ist, das an dieser Stelle seine Eier vergraben hat und jetzt das Nest bewacht, um es vor Eierdieben wie den großen “Water Monitor Lizzards” zu schützen. Wenn die Kleinen geschlüpft sind und sich ausgebuddelt haben, wird ihre Mutter sie im Maul ins Wasser tragen und noch etwa zwei Wochen bei Ihnen bleiben, danach sind sie auf sich alleine gestellt und werden dementsprechend oft von Vögeln, Wasserechsen und sogar großen Fischen verspeist.

Am anderen Ufer des Chobe ist schon Namibia und so kam es wie es kommen musste, die größte Insel im Fluss, Sududu Island, wurde von beiden Ländern beansprucht. Aber erfreulicher Weise entschied man sich dafür, anstatt wie sonst oft einen Krieg um die Insel zu führen, den Internationalen Gerichtshof in Den Haag um eine Entscheidung zu bitten. Namibia wollte die Insel um dort Landwirtschaft zu betreiben, Botswana wollte wegen des Tourismus im Chobe Nationalpark genau das verhindern. Der Internationale Gerichtshof entschied letztlich zu Gunsten von Botswana und zwar indem man die beiden Kanäle des Chobe, die die Insel umgeben vermaß und feststellte, dass Hipposder auf der botswanischen Seite etwa einen Meter seichter ist. Man argumentierte dann, dass es somit etwas wahrscheinlicher sei, dass dieser Kanal austrocknen würde und somit ein Landweg nach Botswana von der Insel bestünde. Natürlich ist der Kanal noch nie ausgetrocknet aber die Argumentation ist schon schlüssig. Und so weht heute die blau-weiß-schwarze Fahne Botswanas auf der Insel. Das blau, oben und unten steht für den Himmel und das Wasser, die schwarzen und weißen Streifen dazwischen für die Gleichheit zwischen schwarzer und weißer Bevölkerung, erklärt uns unser Guide. Also quasi eine Antidiskriminierungsfahne, sagt er, obwohl der schwarze Streifen viel dicker ist als die beiden Weißen 😉

Auf dem dreistündigen Cruise sehen wir ganz am Ende auch noch eine riesige Elefantenherde, die mit ihren Babies aus dem Nationalpark runter zum Fluss zum Trinken kommt. Wir können sehr nah heranfahren ohne die Tiere zu erschrecken und können sie so wunderbar beobachten und fotografieren.

In den nächsten beiden Tagen werden wir noch zwei weitere Flussfahrten und zwei Jeep-Safaris unternehmen, die uns alle auf ihre Art und Weise Neues bringen auch wenn man immer wieder die gleichen Tiere sieht. Jagende Fischadler, Baby Impala-Antilopen, Elefantenherden in Greifnähe neben dem Jeep, sich paarende Affen Chobe NPund Wasserböcke ( im Moment ist bei vielen Tierarten Paarungszeit damit die Babys dann pünktlich zur Regensaison geboren werden und bessere Überlebenschancen haben), eine Horde Geier auf einem Elefantenkadaver…nur die großen Katzen, es gibt hier Löwen und Leoparden, sehen wir leider nicht.

Dafür erleben wir zwei mal einen waschechten Tropenregen, der jetzt in der “kleinen Regenzeit” ein wenig Abkühlung bringt. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, davon auf einem offenen Jeep überrascht zu werden, wie es uns am letzten Tag passiert. Der Regen prasselt mit solch einer Wucht und Masse herunter, wie ich das noch nie erlebt habe, dazu peitscht der Wind ihn dir von allen Seiten ins Gesicht und das dünne Sonnendach, das den Jeep überspannt ist im Nullkommanichts durchweicht. Der darauf aufgefangene Regen schwappt in Wellen seitlich und von hinten über uns, während unser Fahrer auf den sandigen Buckelpisten des Parks Vollgas gibt, damit wir aus dem park herauskommen, bevor das Gewitter direkt über uns ist. Am Anfang ist die Stimmung noch gut und unser gesamter Jeep singt “let it rain” aber die letzten 8 km vom Ausgangstor des Parks zu unserer Lodge wird es so heftig und kalt, dass wir alle nur noch zusammengekauert auf unseren klatschnassen Chobe NPSitzen auf unsere Ankunft warten.

Da wir jeden Tag so früh aufstehen, sind wir meistens Abends um 22 Uhr todmüde und fallen in die gemütlichen riesigen Betten in unseren Hütten. Da die Hotel-Bar am Fluss aber sowieso um 22 Uhr schließt, passt das ganz gut und es lohnt sich auch nicht wach zu bleiben um in meinen Geburtstag rein zu feiern.

Allerdings sitzt man sehr schön dort und auch die erwarteten Mückenschwärme bleiben aus. So bleibt es uns erspart, uns allzu große Sorgen wegen der Malaria zu machen, auch wenn wir trotzdem brav jeden Tag unsere Prophylaxe futtern.

Das Essen ist köstlich in der Lodge und da drei Mahlzeiten am Tag inklusive sind, machen wir uns auch tapfer daran, jede einzelne davon abzuessen. Diät machen können wir wenn wir wieder daheim sind.

Die Chobe Marina Lodge ist auch wegen der netten Mitarbeiter uneingeschränkt empfehlenswert. Freitag heisst es nach einem Geburtstagsfrühstück unter Palmen ( könnte ich mich dran gewöhnen) dann leider Abschied nehmen und sich wieder in einer endlosen Prozedur über die Grenze nach Simbabwe quälen, ein neues Visum beantragen, dafür dass man drei Stunden am Flughafen sitzt, und dann geht es- zumindest für mich- von Victoria WasserbüffelFalls über Johannesburg nach Frankfurt zurück. Happy Birthday to me 😉

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